Badische Zeitung 02.10.2017

Keine Angst vor großen Tieren

"Fabelhaftes Staufen" lockt zahlreiche Besucher an.


Foto: Hans Jürgen Kugler

STAUFEN. Die pittoreske Kulisse der Fauststadt war wieder Schauplatz für die Veranstaltung "Fabelhaftes Staufen". Und wie gewohnt mischten sich auf Einladung des Staufener Gewerbevereins allerlei skurrile und unheimliche Gestalten beim verkaufsoffenen Sonntag unter das Volk.

Den Kindern hatte es vor allem die freundliche Giraffenfamilie angetan, die nur allzu gerne ein Bad in der Menge genoss und sich mit sichtlichem Vergnügen streicheln und füttern ließ. Selbst vor Bratwurst und Flammenkuchen machte die Giraffenmama nicht halt. Und für ein Selfie waren die Langhälse natürlich auch jederzeit zu haben – auch wenn sie sich dafür ziemlich weit hinunterbeugen mussten.

Ein Quintett rot uniformierter Büroangestellter mit akkurat gegeltem Grauhaar gab unter enormer Geräuschentwicklung ein Kofferradiokonzert und trug zum Amüsement der zahlreichen Zuschauer seine beruflichen Auseinandersetzungen telefonisch in aller Öffentlichkeit aus.

Etwas weniger aufgeregt gaben sich derweil drei bezaubernde Ballerinen in fließenden Gewändern und wehenden Schleiern. Anmutig tanzten sie zu Pachelbels Canon in D durch die Gassen der Fauststadt, um sich von ihrer schönsten Seite zu zeigen.

Nicht ganz so hoch trug ein Marionettenspieler seine Nase, der mit seinem mobilen Puppentheater ein gekonntes klassisches Violinsolo für Marionette und Orchester aus der Tonkonserve gab. Der bunte Aufmarsch langbeiniger Fabelwesen war der Aufhänger zu der Veranstaltung des Gewerbevereins Staufen. Zwischen 13 und 18 Uhr hatten die Besucher die Möglichkeit, nach Lust und Laune zu bummeln, einzukaufen und zu genießen. Für Wegzehrung war an den zahlreichen Essenständen gesorgt.


Badische Zeitung 08.09.2017

Wachwechsel beim Gewerbeverein

Wolfgang Dorst folgt in Staufen als Vorsitzender auf Helmut Zimmermann und verspricht Kontinuität bei den erfolgreichen Groß-Events

STAUFEN. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Was vor sieben Wochen krankheitsbedingt nicht geklappt hat, wurde nun umgesetzt: Der Gewerbeverein Staufen hat seit Mittwochabend einen neuen Vorsitzenden, besser: ein neues Vorstandsteam. Denn der einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählte Wolfgang Dorst setzt stark auf seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Vorstand, der insgesamt aus einem Dutzend Mitgliedern besteht. 

Es war also noch einmal Helmut Zimmermann, der die Mitgliederversammlung eröffnete und sich für die vielfältige Unterstützung als Vorsitzender bedankte: bei der Stadt und Bürgermeister Benitz, bei den städtischen Arbeitern, bei der Tourist-Info, bei den Sponsoren von Wein und Musik, bei Elektro Pfefferle. Seinen Nachfolgern gab Zimmermann mit auf den Weg: "Unsere Stadt ist eine besondere, eine besonders schöne Stadt, erhalten Sie das, was unsere Stadt ausmacht."

Dann war Zimmermann selbst Adressat von Dankesworten. Seine 18 Jahre als Vorsitzender in drei Perioden (1974-79, 1997-2001, 2008-2017) würdigten seine Nachfolger mit schönen Geschenken und Bürgermeister Michael Benitz mit der Aussage, dass Zimmermann Meilensteine hinterlasse. Unter seiner souveränen Leitung habe sich der Gewerbeverein als sehr guter Eventveranstalter etabliert und die Stadt überregional bekannt gemacht. "Ihre Arbeit war stets durch Zuverlässigkeit, Organisationstalent, Ideenreichtum und den Blick fürs Machbare gekennzeichnet", so Benitz weiter. Für die Stadt bedankte sich der Bürgermeister auch für das, was der Gewerbeverein für die Infrastruktur und das Stadtbild getan habe, etwa bei der Beschilderung und der Bepflanzung. Den durch Zimmermanns anderes Amt als Bürgermeisterstellvertreter sehr kurzen Draht zwischen Stadt und Gewerbeverein will Benitz erhalten und versprach für alle Anliegen des Gewerbevereins ein offenes Ohr zu haben, denn: "Wir müssen uns weiter anstrengen als Stadt um das hohe Niveau zu erhalten, das wir erreicht haben."

Dieses klare Bekenntnis zu Staufen und dessen Besonderheiten gab auch der neue Vorsitzende, Wolfgang Dorst ab, der ankündigte, dass man auf dem Bewährten aufbauen und "alles weiter so durchziehen" wolle. Er baue als Ehrenamtlicher, der im Hauptberuf einen bundesweit tätigen Schreinerbetrieb zu führen habe, auf das große Vorstandsteam, in dem es für jedes der Top-Ereignisse eigene Zuständige gebe. Eine wichtige Aufgabe sieht Dorst darin, mehr Mitglieder für die Werbegemeinschaft zu gewinnen.

Die Vorstandswahlen

Unter Leitung von Bürgermeister Benitz waren die offen durchgeführten Wahlen schnell über die Bühne gegangen. Alle Vorgeschlagenen wurden einstimmig für drei Jahre gewählt. Der Vorstand hat nun folgende Zusammensetzung: Erster Vorsitzender ist Wolfgang Dorst, zweite Vorsitzende Angela Hassler, Schriftführerin Natalie Thiel, Kassier Bernhard Hirt, Beisitzer sind Gabi Thoma, Kirsten Kleinholz, Annette Csutora, Helga Pekker, Michael Wiesler, Nikolaus Schneider, Sigi Kerber und André Scheifele. Mit großem Lob für sein vielfältiges Engagement wurde Klaus Bärmann als langjähriges Mitglied aus dem Vorstand verabschiedet.



Das nach dem Ausscheiden von Helmut Zimmermann neugebildete Vorstandsteam des Gewerbevereins Staufen (von links): Helga Pekker, Bernhard Hirt (Kassier), Michael Wiesler, Angela Hassler (zweite Vorsitzende), Gabi Thoma, Wolfgang Dorst (Vorsitzender), André Scheifele, Natalie Thiel (Schriftführerin), Nikolaus Schneider, Kirsten Kleinholz (es fehlen die Beisitzer Annette Csutora und Sigi Kerber) Foto: Hans-Peter Müller


Badische Zeitung 13.07.2017

Der Stabwechsel wird verschoben

Zimmermann bleibt vorerst am Ruder des Gewerbevereins Staufen.


Noch kann er die Tür nicht hinter sich schließen: Helmut Zimmermann führt den Gewerbeverein Staufen vorerst weiter. Foto: Gabriele Hennicke

STAUFEN. Die geplante Stabübergabe ist verschoben. Helmut Zimmermann bleibt zunächst Vorsitzender des Gewerbevereins Staufen. Zimmermanns designierter Nachfolger, der bisherige Zweite Vorsitzende Wolfgang Dorst, war am Tag vor der Sitzung akut erkrankt und hatte um die Verschiebung der Wahl gebeten. Sie wird vermutlich im September nachgeholt. Die Mitgliederversammlung fand dennoch statt.

168 zahlende Mitglieder hat der Gewerbeverein derzeit, 85 von ihnen sind zudem in der Werbegemeinschaft, die die zahlreichen Veranstaltungen des Vereins wie "Blühendes Staufen", "Wein und Musik", Weihnachtsmarkt und Staufener Lichternacht organisiert. Die Mitglieder der Werbegemeinschaft zahlen einen zusätzlichen Beitrag, der laut Zimmermann seit 2008 nicht erhöht wurde. Vier neue Mitglieder und zwei Abgänge verzeichnete der Verein im vergangenen Jahr.

Zimmermann nutzte die Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Weingut Landmann auch dazu, Werbung für den Gewerbeverein zu machen: Er wies auf den Mitgliederbereich der Vereinshomepage hin, in dem die Mitglieder ihre Daten selbst pflegen könnten und der zusätzlich viele Informationen, wie Protokolle und Rechtsvorschriften, biete. Die Daten der Mitglieder der Werbegemeinschaft werden automatisch in den Staufen-Guide übernommen. Diese App mit multimedialer Stadtführung ist eine Entwicklung des Vereins. Darüber hinaus erinnerte der Vorsitzende an die Sonderkonditionen für Mitglieder des Gewerbevereins bei den Stadtwerken Müllheim Staufen und beim Primo-Verlag. Im März hatte er die erfolgreiche Arbeit des Vereins bei einer Tagung der Industrie- und Handelskammer mit dem Titel "Quo Vadis Gewerbeverein?" präsentiert.

"Stadt und Handel und Gewerbe gehören zusammen. Funktioniert der Handel, funktioniert auch die Stadt" – so lautet das Credo des scheidenden Vorsitzenden. In dieser Zusammenarbeit liege der Erfolg von beiden, so der Textilingenieur. 185 000 Euro habe der Gewerbeverein seit 2008 investiert und Zuschüsse in Höhe von 23 000 Euro von der Stadt bekommen. "Warum machen wir das", fragte Zimmermann rhetorisch und gab selbst die Antwort: "Die Stadt, das sind wir."

Die Jahresbilanz fällt positiv aus 

Bei manchen Mitgliedern wünsche er sich noch mehr Mitdenken und Kollegialität, so Zimmermann mit Blick auf Müllentsorgung und Stromversorgung bei der Veranstaltung "Wein und Musik". Der Zusammenschluss der Gemeinden Staufen, Gengenbach und Endingen zu Werbezwecken unter dem Stichwort "Die historischen Drei" sei mit Leben zu füllen. Hier gehe ihm persönlich alles zu langsam, das langsame Vorgehen sei aber so mit den beiden Partnerstädten abgesprochen, erläuterte Zimmermann. Die Resonanz innerhalb des Gewerbevereins bleibt bislang hinter den Erwartungen zurück: Beim Weinfest in Gengenbach will sich kein Mitglied präsentieren, schließlich finden am selben Wochenende die Staufener Stadtgeschichten statt. Auch der Brotmarkt in Endingen wird nach jetzigem Stand ohne Staufener Aussteller stattfinden.
 
Rechner Bernhard Hirt präsentierte die Jahresrechnung und wurde anschließend – wie der gesamte Vorstand – einstimmig entlastet. 160 000 Euro umfasste der Etat im vergangenen Jahr, 42 000 Euro an Staufener Altgeld wurden ausgegeben, sowie Staufengutscheine im Wert von 20 000 Euro. Die Kasse weist einen Stand von knapp 10 000 Euro auf. Zimmermann dankte seinen Vorstandskollegen und Beisitzern, der Stadt Staufen, der Touristinformation und allen weiteren Kooperationspartnern. Ein Dank, den Bürgermeister Michael Benitz prompt zurückgab, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Stadt nicht nur Zuschüsse bezahlt, sondern auch 20 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert habe und dies auch weiterhin so halten werde.


 

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